Mentalkommode
kreisen gleichzeitig durch unseren Kopf. Oft entsteht dabei das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Die Gedanken drehen sich im Kreis, wir geraten ins Grübeln und erleben alles als immer schwerer.
Eine einfache und zugleich wirkungsvolle Methode aus dem hypnosystemischen Coaching ist die „Mentalkommode“ von Ina Hullmann. Sie hilft dabei, innere Unordnung zu strukturieren, Abstand zu belastenden Themen zu gewinnen und die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Warum unser Gehirn Ordnung liebt
Wenn viele Themen gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, entsteht schnell ein mentales Chaos. Die Wahrnehmung verengt sich, wir fokussieren uns immer stärker auf Probleme und geraten in sogenannte „Grübel-Hamsterräder“. Dieses Erleben kann Stress verstärken und den Blick auf Lösungen einschränken.
Die Forschung zeigt jedoch: Ordnung wirkt stabilisierend. Bereits kleine Ordnungsschritte können positive Prozesse im Gehirn aktivieren. Das Erreichen von Zielen – selbst kleiner Zwischenziele – wird mit positiven Gefühlen belohnt und stärkt das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit.
Die Mentalkommode – ein Bild für innere Ordnung
Die Mentalkommode ist eine Metapher: Statt alle Sorgen und Aufgaben gleichzeitig im Kopf zu tragen, werden diese gedanklich in unterschiedliche „Schubladen“ eingeordnet. Dadurch entsteht Abstand zum belastenden Erleben und ein klarerer Überblick über die Gesamtsituation.
Anstatt gegen belastende Gedanken anzukämpfen, bekommen sie einen Platz. Das schafft Orientierung und eröffnet neue Perspektiven.
So funktioniert die Methode
Schritt 1: Sortieren und Überblick gewinnen
Zeichnen Sie eine Kommode mit mehreren Schubladen auf ein Blatt Papier. Anschliessend benennen Sie die einzelnen Schubladen mit den Themen, die Sie aktuell beschäftigen:
- Berufliche Aufgaben
- Finanzen
- Familie
- Gesundheit
- Konflikte
- Zukunftsfragen
- Organisatorisches
Ordnen Sie jedes Thema einer eigenen Schublade zu. Anschliessend legen Sie die Zeichnung vor sich auf den Boden oder betrachten Sie diese aus etwas Distanz.
Oft zeigt sich bereits jetzt eine spürbare Veränderung: Aus dem scheinbar unübersichtlichen Problemberg werden einzelne, klar erkennbare Themenbereiche.
Schritt 2: Ressourcen sichtbar machen
Im zweiten Schritt wird die Kommode mit persönlichen Ressourcen ergänzt:
- Eigene Stärken
- Erfolge aus der Vergangenheit
- Unterstützende Menschen
- Fähigkeiten und Erfahrungen
- Kraftquellen und positive Gewohnheiten
Diese Ressourcen werden symbolisch auf oder um die Kommode gezeichnet. Dadurch richtet sich der Fokus nicht mehr ausschliesslich auf Probleme, sondern auch auf das, was bereits vorhanden ist, um Herausforderungen zu bewältigen.
Was die Mentalkommode bewirken kann
Die Methode fördert:
- mehr innere Klarheit
- eine realistischere Sicht auf belastende Situationen
- Abstand zu Grübelprozessen
- neue Perspektiven auf Herausforderungen
- ein stärkeres Gefühl von Selbstwirksamkeit und Kontrolle
Gerade in emotional anspruchsvollen Situationen kann die Mentalkommode helfen, den „inneren Scherbenhaufen“ zu sortieren und wieder handlungsfähig zu werden.
Fazit
Nicht jede Herausforderung lässt sich sofort lösen. Aber oft hilft es bereits, Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen. Die Mentalkommode von Ina Hullmann ist eine einfache, praxisnahe Methode, die uns dabei unterstützt, Belastendes zu strukturieren, Ressourcen zu erkennen und mit mehr Leichtigkeit auf schwierige Situationen zu schauen. Manchmal beginnt Veränderung genau dort: bei einer offenen Schublade im Kopf.
Quelle: Ina Hullmann, Mit Leichtigkeit Schweres meistern – Hypnosystemisches Coaching und die Psychologie der Leichtigkeit, Handout 2023.